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Starkes Semifinale im Luxor. Köln zeigt hohes Niveau

Sonnenschein, 25 Grad und keine Wolken am Himmel.



Wie könnte das noch schöner werden? Mit einem grandiosen Semi-Finale im Luxor! Über 25 Grad konnte man hier nur lachen, denn die Bands, die hier aufschlagen sollten, heizten dem Club mal bis zum Siedepunkt ein.

Sieben Bands spielten um den Einzugins große Finale in der Live Music Hall und wurden dabei noch von der Band des Monats aus Marburg als Special Guest unterstützt. Doch nur drei konnten weiter kommen, was Publikum und Jury entscheiden mussten. Eine richtig schwere und vor allem knappe Entscheidung, denn das musikalische Niveau war hier den ganzen Abend über ganz weit oben.

Am Anfang war das Luxor noch ziemlich leer, doch während der ersten Band füllte es sich doch recht schnell. Das Publikum, das draußen noch die Sonne genoss, sah die ersten Akkorde der Bands als Startschuss.

Zu Beginn also THE AWAKENING aus Köln. Zu hören gab es Hard Rock mit einer sehr harmonisierenden Frontfrau, deren Gesang teilweise an neue Scheiben von Nightwish erinnerte. Das Zusammenspiel passte und neben ein paar kleinen Verspielern wirkte der Auftritt rund. Leider gab es doch nur 25 Stimmen für die Bands. Sehr schade. Sie hätten mehr verdient gehabt. Damit schafften sie es leider nicht ins das Finale.

Die zweite Band des Abends ging die Sache etwas ruhiger an. AMIE & ME kamen aus der Eifel angereist und überzeugten Publikum und Jury mit ihrem Indie-Folk, bei dem sich Bands wie „Of Monsters and Men“ noch eine Scheibe abschneiden können. Perfektes Auftreten, durchdachte Songs und eine Stimme, die das ein oder andere Mal Gänsehaut hervorrief. Man konnte wirklich sehen und fühlen, wie die einzelnen Mitglieder der Band ihre Musik genossen. Einfach großartig und zu Recht im Finale mit dabei! Mit 122 Gesamtpunkten landeten sie auf dem dritten Platz. Dabei hatten sie selbst grade mal 12 eigene Fans dabei. Fetter Respekt!

Es folgte wieder etwas musikalisch komplett anderes. DRUCKPUNKT brachten die Luft im Luxor mit ihrem Raprock richtig zum Kochen. Verzerrte Gitarren und Rap zu kombinieren ist mutig, aber funktioniert super und die Jungs runden das Ganze mit einer super coolen Show, einer fetten Bühnenpräsenz und abwechslungsreichen Songs ab. Potential? Auf jeden! Auch eine Band, die man gerne in der Live Music Hall gesehen hätte. Sie wurden auch mit 37 Stimmen in die Jurywertung gewählt. Mit 114 Gesamtpunkten landeten sie auf Platz 5. Daher verpassten sie doch den Einzug ins Finale. Schade.

I-MOLL waren die nächsten. Eine sehr junge Gruppe Musiker, die aber alle samt schon ihr Handwerk verstehen. Akustischer Rock mit vielen verschiedenen Einflüssen aus anderen Genres, speziell die Mischung, das Songwriting und die kraftvolle Stimme der Sängerin (die nebenbei noch Geige spielte!) stachen hier hervor und sorgten für das zweitbeste Voting des Abends und den zweiten Platz. (65Publikum + 73 Jurypunkte = 138) Glückwunsch.

Ohne Fans waren BAZOUKA GROOVE CLUB angereist. Das brauchten die Marburger aber auch nicht, denn sie waren Band des Monats und durften außer Konkurrenz in Köln auftreten, bevor sie am Folgetag selbst ein Semi-Finale in Frankfurt spielen mussten (am Ende hieß es dort Platz 1, Glückwunsch!). Obwohl sie keiner in Köln kannte, rissen die Jungs die Bude so richtig ab. Sehr moderner Rock mit einigen Rap-Passagen, volle Power auf und kreischenden Mädels vor der Bühne – besser könnte es nicht sein oder?  

Das Kreischen der Mädels hielt auch weiter an, denn BREAKING DISTANCE betraten die Bühne. Fünf Sunnyboys rockten eine solide Show. Ob drei Gitarristen wirklich nötig sind, darüber kann man sich streiten, aber zumindest wirkten Zusammenspiel und Show gut durchdacht und zusammen mit nach vorne gehendem Alternative Rock stimmte das Gesamtbild. Die Jungs wurden aus der Vorrunde nachnominiert. Sie lieferten hier im Semifinale eine noch viel bessere Leistung als im Underground. Mit 117 Gesamtpunkten verpassten sie mit Platz 4 hauchdünn das Weiterkommen ins Finale. Mega schade! Die Jungs sind echt klasse und wir können sie nur weiterempfehlen. Geht auf ihre Konzerte. Es lohnt sich.

THE SPRESE waren als nächste dran. Erneut eine sehr junge Band aus Köln, zu hören gab es eine Art Grunge, der teilweise an alte Nirvana-Zeiten erinnerte. Die Jungs hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und machten ordentlich Party auf der Bühne. Allerdings merkte man leider, dass noch etwas Bühnenerfahrung fehlt, doch Potential hat das Ganze. Wir werden sicherlich noch mehr von den Burschen hören. Mit 27 Votes scheiden sie nun vorerst aber aus dem Wettbewerb aus.

Vor der letzten Bands des Abends wurde es richtig laut im Luxor. Denn die Band, die jetzt kommen sollte, hatte über 100(!) Fans mitgebracht, die ihre Band jetzt auf die Bühne forderten. Nach ein paar technischen Schwierigkeiten ging es auch los und TREFFPUNKT JANE zerlegten alles, was die Vorgängerbands noch übrig gelassen hatten. Schnelle Rhythmen, funky Riffs, einzigartiger „Schrei“-Gesang – es passte alles zusammen und die Band rastete auf der Bühne genauso aus wie die Fans davor. Am Ende hieß es Platz 1 und damit im Finale! Glückwunsch! (174 Punkte)

Welch ein großartiger Abend. Diesen feierten wir übrigens ohne STEEN. Diese standen zwar im Lineup – mussten ihren Auftritt aber leider kurzfristig noch absagen.

Schon am 02.05 gibt es im Luxor ein weiteres Semifinale. Kommt vorbei und feiert mit uns.

Liebe Grüße

Euer David


In der technischen Jury saßen:
David Schäfer / Musiker - ehem. Emergenza Teilnehmer
Dominik Sabolovic / Live Tontechniker + Musiker Emergenza Artistpool

Hier die Jurypunkte in der Übersicht:


Bandname Song Qualität Gesang / Stimme Spiel
Technik
Show Gesamt-eindruck  Summe Jury
The Awakening 10 11 10 9 10 50
Amie & Me 18 18 17 15 18 86
Druckpunkt 14 15 15 17 16 77
I-Moll 13 16 15 14 15 73
Breaking Distance 16 17 15 16 16 80
The Sprese 12 13 14 13 13 65
Treffpunkt Jane 14 13 17 17 17 78


1. Song Qualität: Songwriting, Arrangement
2. Gesang / Stimme: Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow.
* Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
3. Spieltechnik: technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
4. Show: Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
5. Gesamteindruck: Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential
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