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Zum Abschluss nochmal volle Hütte in Stuttgart

Das letzte Semifinale im Club Zentral liefert uns jede Menge Highlights und den Gastauftritt des Weltsiegers 2015: Ninja Beats



Das Wetter ist mies - gut für uns, denn der Club ist voll und da wir so viele starke Bands haben ist er auch zu jedem Zeitpunkt gut gefüllt.

So kann der Opener GRUP HUUB nicht nur vor zahlreichen Flüchtlingen spielen, mit denen uns nun eine ganze Saison verbindet, denn viele von ihnen haben inzwichen zum wiederholten Male Dank des Freikartenkontingents eine unserer Shows besucht (siehe Gruppenfoto), sondern auch zahlreiche Fans der anderen Bands sind bereits da und beginnen zu den Polka und Ska angehauchten Balkannummern zu tanzen. Eine richtig gute Truppe ist das und man muss sich wundern, dass sie offensichtlich noch keinen einzigen Fan haben, der sie unterstützen möchte. Denn immerhin 50 fremden Leuten gefällt, was sie da sehen und hören.

Bei RIVAL OF ART steckt hingegen vieles noch in den Anfängen. Technisch noch nicht so versiert und inhaltlich noch nicht ganz klar, wie die Besetzung aussehen und wo es mal hingehen soll, steht vor allem Spaß und Freude im Vordergrund. Und genau das können sie wunderbar mit ihren Fans teilen. Die gute Laune schwappt in den vollen Club über und 53 Stimmen gibt es für den tollen Auftritt.

Mit einer eher noch kleinen Fanbase liegt es nun auch an STOWAWAY viele fremde Besucher zu begeistern. Ihr Sound erinnert an Bands wie Biffy Clyro oder Reamonn, ohne jedoch schon das Niveau selbiger zu erreichen. Im Business wird solchen Pop Rock Bands oft nachgesagt, dass ihnen Ecken und Kanten fehlen und Floskeln wie "stört nicht beim Bügeln" sollen umschreiben, dass letztendlich nicht hängen bleibt. Und leider ist es genau so bei dem Quartett. Eigentlich ist vieles schon auf einem richtig guten Weg, aber kaum ist der letzte Ajkkord ausgeklungen, hat man den Song irgendwie auch schon wieder vergessen. Und das Resultat der Stimmenzählung im Publikum bestätigt genau deisen Eindruck, denn obwohl ein voller Club zugehört hat, gehen am Ende gerade mal 39 Hände in die Höhe. - Schade.

Mit 18 GRAD haben wir nun eine junge, sehr motivierte und vor allem schon sehr eigenständige Band auf der Bühne. Während viele junge Bands gerade mit deutschsprachiger Rockmusik erfolgreicheren Bands nacheifern, scheinen die Vier sich ihren eigenen Weg zu suchen. Sprechgesang und harte Gitarrenriffs, werden schamlos mit Popmelodien in einen Mixer geworfen. Vielleicht an manchen Stellen noch nicht ganz zu Ende gedacht, erreichen sie leider auch beim Publikum nicht genügend Stimmen (78), um ganz vorne dabei zu sein, aber bei der Jury erwecken sie schon genügend Aufmerksamkeit (siehe Tabelle unten) und der dritte Platz ist aller Ehren wert.

Noch voller kann es im Club eigentlich kaum mehr werden, doch bei MISSING PEACE drücken sich noch ein paar mehr in den Konzertsaal, um dabei zu sein, wenn eine Band mit zwei Akustikgitarren jeder Rockband Konkurrenz macht. Dazu noch eine tolle Frauenstimme, die in der Akzentuierung  an so manche aktuelle Indie Produktion erinnert und ein Beat, der einfach zum Tanzen anregt. Mehr braucht es nicht, um aus einem normalen Konzertabend einen positiven Hexenkessel zu machen. Das wollen wir nochmal erleben denken sich die Besucher und spendieren fette 105 Stimmen. Mit den Jurypunkten ganz klar im Finale.

Eigentlich nicht zu toppen - ist es bis dahin eh schon das höchste Voting der Saison - und dann kommen PLUTOKS... Leider sind ein paar ihrer Fans schon den ganzen Abend über etwas "übermotiviert" aufgefallen, aber das soll die Leistung der jungen Truppe nicht schmälern. Vor allem der Rapper fällt dabei extrem positiv auf, aber auch der Rest der Band liefert uns eine tolle Mischung aus HipHop und Rock, ebenfalls mit einer akusitischen Gitarre unterstützt. Die Songs haben noch Luft nach oben, wie auch die technische Umsetzung, aber in der Summe ist es ein rundes Paket, welches auch bei vielen fremden Zuschauern extrem gut ankommt und somit mit 116 Stimmen einen neuen Saisonrekord in Stuttgart aufstellt.

Für den allervollsten Raum hatten dan aber unsere Gäste aus Tokio gesorgt. Der Vorjahressieger des Weltfinales NINJA BEATS hatte an diesem Abend den zweiten Tourstop eingelegt und brachte die Menge zum Toben. Das darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Japan an sich ist für uns Europäer ja schon exotisch, wenn es dann aber  Musik mit Beatboxer, Loop-Station, Kaospad und Ukulele wird, dann reicht das Wort "exotisch" wohl nicht mehr ganz aus. Freut euch auf weitere Termine  - siehe Webseite.

Das Finale kann nun kommen und ist richtig stark besetzt, denn auch die letzten beiden Bands, die heute dafür gefunden wurden, werden am 08.07. im Karlsruher Substage sicherlich ein Wörtchen mitreden.

Die Juroren des heutigen Abends waren Chris, Drummer von The Jerks und Innhaber der Musikschule Heartbeat, sowie Maze, Tontechniker und Gitarrist bei Tripple F.
Hier ihre Punktevergabe in der Summe:



Jury Summe jeweils max. 20 Punkte (10 pro Juror)
Bandname Song Qualität Gesang / Stimme Spiel-technik Show Gesamt-eindruck Summe Jury
Grup Huub 16 14 16 17 14 77
Rival of Art 8 6 6 9 8 37
Stowaway 11 10 10 10 10 51
18 Grad 15 16 17 14 16 78
Missing Peace 16 15 15 14 16 76
Plutoks 14 16 13 15 15 73

1. Song Qualität: Songwriting, Arrangement
2. Gesang / Stimme: Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow. 
* Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
3. Spieltechnik: technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
4. Show: Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
5. Gesamteindruck: Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential



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