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REVIEWS

In Nürnberg wurden die letzten Semifinalteilnehmer gewählt

Enge Kiste an einem rockigen Abend in der Luise



Knapp war es schon bei der Ankunft, denn dank unzähliger Staus im Osterverkehr kamen wir mit der Backline schon mal ne glatte Stunde zu spät. Glücklicherweise eine Ausnahme und mit Hilfe der engagierten Musiker war alles auch nur halb so wild und die Soundchecks verliefen ohne Probleme und wir waren pünktlich ready to Rock!

Nach einer krankheitsbedingten Absage war sogar noch genügend Luft für eine ordentliche Stärkung und um 20 Uhr eröffneten REDUCE TO ASHES den Abend. Ein solides Metal-Rock-Quintett, dass sich leider zu sehr auf ein Riff eingeschossen hatte und so hatte man bereits nach dem dritten Song das leichte Gefühl in einer Endlosschleife gefangen zu sein. Etwas mehr Abwechslung und Mut beim Songwriting würde den Jungs ganz gut stehen, denn Handwerklich ist da sicherlich mehr drin. Immerhin 34 Stimmen!

Weiter ging es mit den „Frischlingen“ von FROM EDGE TO UNIVERSE aus Heilsbronn. Die noch recht Junge Band offenbarte klar noch Schwächen in der Performance und der Frontmann wirkte bei der ersten Nummer noch sichtlich nervös, war er doch unter Beobachtung zahlreicher Fans und der stolzen Eltern. Als er dann aber beim 2. Titel selbst zur Gitarre griff und somit etwas mehr zu tun bekam, legte sich die Unsicherheit auch. Die Songs zeigen gute Ansätze und Ideen, die Umsetzung bedarf aber noch etwas Übung, die sicherlich mit der Zeit kommen wird. Geben wir ihnen noch eine Chance dachte dann wohl auch das Publikum und wuppte sie mit 38 Stimmen auf den rettenden 4. Platz.

Ganz erfahren und abgebrüht hingegen agierte der Amberger Vierer von NAUGHTY DOGS. Die Herren leben den alten Roc'n'Roll bis in die letzte Haarspitze. Perfekte Gitarrensolis, Extremposing und ganz viel Spielfreude wurde hier von der Bühne versprüht und obwohl nur ein Fan als Support mitgereist war, holten sie den ganzen Laden ab. Die Jury war begeistert und das Publikum auch, die sie mit 43 Händen belohnten.

SEQUOIA zählten technisch sicherlich zu den stärksten Bands des Abends, beliefern aber mit doch sehr experimentellem Rock eher einen Nischenmarkt, den sie dank größerer Fanbase gut erweitern konnten. Hier gab es ständig Neues zu entdecken und es wurde keinem Langweilig. Natürlich gab es zum Ende die obligatorischen Anfeuerungsrufe – besonders auch aus der weiblichen Ecke – was Mut macht, dass auch Rockmusik heute noch ihre Hörerschaft findet und nicht alles vom Mainstream platt gemacht wird. Mit 53 Stimmen klarer Tagessieg.

Bei OVERCROWDED ELEVATOR, die als nächstes die Bühne enterten, war allerdings von Überfüllung im Saal nichts mehr zu sehen, doch so nach und nach versammelten sich wieder einige Zuhörer vor der Bühne. Starke Songideen und Melodien, die leider etwas unter dem nasalen Gesang, der nicht das markante Erscheinungsbild eines Jan Delay hat, litten. Mit 34 Stimmen teilten sich sich zwar Platz 5, sind aber damit leider nicht mehr in der nächsten Runde dabei.

Dies schafften zum Abschluss nochmal eindrucksvoll FALLING FROM GRACE, die ihren Termin schon wegen Krankheit verschieben mussten und nun endlich ihr Emergenza Debut geben durften. Der Metal-Core-Fünfer aus Bamberg ließ es nochmal richtig krachen und holte die Massen vor die Bühne. Kleiner Moshpit inklusive. Pure Energie und viel Leidenschaft bescherten ihnen noch satte 45 Stimmen und Platz 2.

Danach versüßten uns die Special Guests TRIP vom Bodensee noch den Abend und zeigten Nürnberg, warum sie im Vorjahr das Südwestdeutsche Finale in Stuttgart für sich entscheiden konnten. Alle Augen und Ohren waren voll auf die Bühne konzentriert auf der sich die Rock Perlen, wie bei einer Kette aneinanderreihten. Ganz großes Tennis!


Das waren die Spielregeln des Abends:

Das Publikum durfte wie gewohnt 4 Kandidaten per Handvoting in die nächste Runde wählen. Zusätzlich kürt an jedem Abend eine zweiköpfige Jury per Punktevergabe (s.u.) ihren Favoriten, der definitiv in der nächsten Runde ist - unabhängig vom Publikumsergebnis.

In der technischen Jury saßen:
Miguel Mayorga - Talent Scout für Spinnup/Universal
Johannes Seeger - Musiker, Tontechniker SAE/Stuttgart

Das sind die Ergebnisse der beiden Juroren in der Summe:




Jury Summe jeweils max. 20 Punkte (10 pro Juror)
Bandname Song Qualität Gesang Stimme Spiel-technik Show Gesamt-eindruck Summe Jury Platz
Sequoia
14 11 15 11 13 64
Overcrowdes Elevator
12 11 12 10 10 55
From Edge to Universe
10 10 11 11 10 52
Reduce To Ashes
12
12 12 11 10 57
Naughty Dogs
14 14 15 16 15 74 1
Falling From Grace
12 12 13 15 14 66

1. Song Qualität: Songwriting, Arrangement
2. Gesang / Stimme: Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow.
* Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
3. Spieltechnik: technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
4. Show: Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
5. Gesamteindruck: Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential