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REVIEWS

Heidelberg Teil 2 im Schwimmbadclub

Weitere 7 Bands ringen um den Einzug ins Semifinale und präsentieren sich musikalisch von ihrer besten Seite



Den Opener geben pünktlich um 20:30 Uhr die vier Jungs von REACHING 62F, die sich nach einem Keppler Planeten benannt haben und uns auf eine rein instrumentale Reise nehmen, die einen tatsächlich gefühlt ein Mal quer durch das Universum mitnimmt und uns am Ende sicher wieder irdischen Boden betreten lässt. Sehr sphärische, für den Post Rock typische monotone Wiederholungen mit exzessiven Steigerungen und Ausbrüchen lassen beim Gedanken an Weltall ganz eigene Bilder im Kopf entstehen. Toller Auftakt, der mit 21 Stimmen belohnt wird.

Weiter geht es mit dem noch recht jungen Quintett WE WILL LAST FOREVER aus Landau. Die Burschen wirken noch etwas schüchtern auf der Bühne, glänzen aber dabei mit richtig ausgereiften Pop Rock Perlen, deren Hooklines vor allem auch durch den gut intonierten zweistimmigen Gesang glänzen. Hie und da sind noch ein paar technische Wackler zu hören, die sie aber durch die starken Songs gut kompensieren können. Wenn man mit der Band ordentlich arbeitet, kann da richtig was draus werden. Heute Abend gibt es dafür 19 Stimmen.

BASIN CITY ORCHESTRA sind nach eigener Aussage 66% Nürnberg und 33% Mannheim, spielen zum ersten Mal in Heidelberg und rocken als Trio gewaltig. Erinnern mich teils auch an Royal Republic und liefern in allen Bereichen zu 100% ab. Starke Stimme, technisch einwandfrei, gut arrangierte Songs und eine immens starke Bühnenpräsenz. Alles richtig gemacht! Das sehen auch die Zuschauer und recken 70 Arme beim Voting in die Höhe. Das sollte sicherlich in die nächste Runde reichen.

Da wird es für die BUTCHER BOYS als nächstes richtig schwer. Auch sie zählen, schon alleine altersmäßig, zu den reiferen Bands, was man auch am Bühnensound sofort erkennt. Das passt alles. Und obwohl der Frontmann erkältet ist, liefert er einwandfrei ab. Sogar in der Bühnenshow schlägt er seine Bandkollegen um Längen :-) Insgesamt gesehen wirkt der Rocksound, der auch von Cross-Over Rap-Passagen durchzogen ist, aber schon etwas angestaubt und auch bei den Besuchern merkt man, dass sie nicht mehr ganz so am Start sind , wie eben noch. Somit gibt es auch nur 19 Stimmen.

Dann wird es wieder richtig voll vor der Bühne, denn LISMORE'S LADS, die sich erst vor kurzem umbenannt haben, haben ihre Fanbase am Start. Ihr folkig angehauchter Pop Rock trifft sicherlich gerade genau den musikalischen Zeitgeist, wobei der Weg bis zu den Vorbildern sicherlich noch ein weiter sein dürfte. Stimmgeräte wären schon mal ne gute Anschaffung für den Anfang, dann könnte, der eigentlich gute Sänger, sich auch besser orientieren und würde nicht selbst noch zur allgemeinen Schieflage beitragen. Gute Ideen, noch total schüchtern auf der Bühne, warten darauf im Proberaum perfektioniert zu werden und dann wird das auch live richtig cool. Die Fans feiern es natürlich dennoch – dazu hat man sie ja schließlich und so geht es mit 40 Stimmen auch weiter in die nächste Runde.

HOMEWARD BOUND liefern als nächstes Metal Core. Hatten wir heute noch nicht. Und wenn es nach der Mehrheit der Leute gegangen wär, hätte es das vielleicht auch nicht gebraucht. Die Jungs haben viel Energie, die allerdings sich noch ungezügelt in alle Richtungen wahrlich im Raum verteilt – samt Musikern :-) Technisch ist aber auch hier noch einiges nachzuholen. Aber was soll's – die Jungs haben Spaß und geben alles und da die Leute nicht zur Bühne vorkommen, machen sie eben den Club zur Bühne. 24 Stimmen gibt es dafür.

Den Abschluss macht das Indie Rock Trio THE FABSTERS. Stylisches Bühnenoutfit und eigene Werbeaufsteller auf der Bühne machen schon mal optisch einen ersten sehr guten Eindruck. Fans sind auch am Start und dann rocken sie los. Starker Gesang, coole Songs, technisch alles einwandfrei – Herz, was willst du mehr? Genau so stellt man sich erfolgsversprechende Newcomer vor. Die Jury zückt hier schon mal die höchsten Punktzahlen und das Publikum steht mit 61 Stimmen dem in nichts nach. Gratulation zum Einzug ins Semifinale.

Das waren die Spielregeln des Abends:

Das Publikum durfte wie gewohnt 3 Kandidaten per Handvoting in die nächste Runde wählen. Zusätzlich kürt an jedem Abend eine zweiköpfige Jury per Punktevergabe (s.u.) ihren Favoriten, der definitiv in der nächsten Runde ist - unabhängig vom Publikumsergebnis.

In der technischen Jury saßen:
Matthias Mehwald - Artistpool Direktor, GF Magge Music Management & More
Johannes Seeger - Musiker, Tontechniker SAE/Stuttgart

Das sind die Ergebnisse der beiden Juroren in der Summe:




Jury Summe jeweils max. 20 Punkte (10 pro Juror)
Bandname Song Qualität Gesang Stimme Spiel-technik Show Gesamt-eindruck Summe Jury Platz
We Will Last Forever
14 14 10 7 11 56
Homeward Bound
8 6 7 13 7 41
The Fabsters
16 17 18 18 18 89 1
Lismore's Lads
12
10 7 7 10 46
Butcher Boys
10 12 16 10 10 58
Reaching 62F
12 0* 24 9 11 56
Basin City Orchestra
17 17 18 17 17 86

1. Song Qualität: Songwriting, Arrangement
2. Gesang / Stimme: Qualität, Eigenständigkeit, evtl. auch engl. Aussprache. Bei Rap auch Reim und Flow.
* Bei Instrumentalbands wird Spieltechnik doppelt bewertet, bzw. kann diese Rubrik für das Soloinstrument stehen.
3. Spieltechnik: technical Skills, instrumentale Beherrschung, Zusammenspiel, Solis
4. Show: Bühnenperformance, Ansagen, Interaktion mit dem Publikum, (Bühnenkleidung - kann evtl. auch in 5. einfließen)
5. Gesamteindruck: Charisma, Authentizität, Innovation, Eigenständigkeit, Potential