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REVIEWS

"Uns jet es jut" in der Frohnatur-Hauptstadt Köln

Bei der zweiten Vorrundenshow lernen wir ein neues Genre kennen: Minderheiten Pop!!!



„Hallöchen Sabrienchen!“ so tönte es mit einem fröhlichen Lächeln als Begrüßung im Club. Immer freundlich und gut drauf diese kölsche Herren und Jungs. Sieben Bands traten an diesem Abend an, um die nächste Runde zu erreichen und der Live Music Hall einen Schritt näher zu kommen.

Den Anfang machte die Band WANTU & THE SRIE 4’S. Mit deutschem Punkrock heizten die drei das Publikum an. Technisch nicht ganz sauber, gesanglich und banddynamisch nicht auf höchstem Niveau, war der Auftritt doch genau das, was man von einem richtigen Punkrockauftritt erwartet: ehrlich, dreckig und voll auf die 12!

Mit SIDRA wurde dann die Bühne deutlich voller. Aus drei Punkrockern wurden sechs Popmusiker. Das musikalische Level der Gruppe war sehr gut: präsenter und harmonischer Gesang der beiden Frontfrauen, technisch souverän und gut aufeinander eingespielt (tight). Auch wenn an der Bühnenpräsenz noch ein wenig gearbeitet werden kann, wurde im Publikum gut mit gegroovt. Mit gerade noch ausreichenden Stimmen – schafften sie den Sprung ins Semifinale.

Mit SENOR PILZ war dann wieder ein bisschen mehr Punkrock an der Reihe. Aber Punkrock wollen sie es selbst gar nicht nennen. Sie definieren es als: Minderheiten-Pop! Das bedeutet: Nicht zu überhörende technische Mängel bei den einzelnen Musikern! Aber das soll ja so und ist gar nicht tragisch. Denn er sorgt mit einer energiegeladenen Bühnenshows, dreckigen Sounds und deutschen Texten einfach für schweinegute Stimmung in Köln! Daher sind die Jungs auch verdient in der nächsten Runde.

Sie durften auch auf die Stimmen ihrer Proberaumnachbarn von CATS IN A GHOST WORLD zählen, die im Backstagebereich vor ihrem Auftritt noch lautstark deren Lieder mitsangen. Das Quartett war dann anschließend selbst an der Reihe und sorgte für das Highlight des Abends: Feinster Indie Rock, je nach Lied unter anderem mit Akkordeon, Saxophon, Akustikgitarre oder Orgel. Ein grundsolider Auftritt, technisch auf sehr gutem Niveau und ein sympathisches Auftreten auf und neben der Bühne bleiben in Erinnerung. Wir freuen uns auf die nächste Runde mit der Siegerband der ersten Vorrundenshow, die fast doppelt so viele Stimmen abräumte, als der Zweitplatzierte!

Weiter ging es mit SILENT BEHAVIOR und handfester Rockmusik. Eine charismatische Frontfrau und technisch einwandfreie Rockmusik wurde hier auf die Bühne gezaubert. Auch wenn ein wenig mehr Bühnenpräsenz wünschenswert gewesen wäre, war es doch ein grundsolides Rockkonzert und daher das verdiente Ticket in die nächste Runde.

Als sechste Band, kam eine Band, die auch unter musikalischen Gesichtspunkten die absoluten Lokalmatadoren darstellten. Die vier Herren von HINGERHOFF stehen für Kölsche Rock und zauberten mit einprägsamen Refrains wie „Mir jet es jut“ gute Laune auf die Bühne. Ein absolut authentischer Auftritt, eine gute musikalische Leistung und Liedansagen im breitesten Kölsch sprechen für die gute Performance. Trotzdem reichte es leider nicht ganz, um in die nächste Runde einzuziehen. Ich hoffe aber, dass die Kollegen uns mal auf ein Kölsch bei den nächsten Shows besuchen werden.

Und wieder mal ein lautstarker Abschluss: STUPID SOLUTION traten als letzte Band im Wettbewerb an und versorgten mit Alternative Metal dann auch die härtere Fraktion im Publikum mit feinster Musikkost. Als vorletztem Slot am Abend gelang es den Jungs leider nicht mehr genug Hände zu gewinnen. Sehr schade!

Den Abschluss für diesen Abend machte eine Gastband, die außer Konkurrenz antrat. LEOPOLD TEARS, Emergenza  Siegerband in Belgien der letzten Saison, ließen keine Fragen offen, warum sie den Landesentscheid gewonnen hatten: Energetisch, atmosphärisch, technisch auf Spitzenniveau und eine astreine Bühnenperformance! Das Underground bebte! Die teilweise studierten Musiker bringen Anfang nächsten Jahres ihr Album an den Start und es wird sich lohnen mal reinzuhören. Versprochen! Und der Apple–Pie Schnaps nach der Show ging ebenso runter wie Öl!

Ja ja! Für dieses Jahr verabschieden wir uns leider schon von Köln. Aber es wird nicht lange dauern. Wir sind im Januar schon wieder dabei J Wäre doch gelacht.

Am 18. Januar haben wir bereits 8 Bands am Start und für den 26.01 kann man sich noch anmelden. Wenn ihr im Underground, ebenso wie diese Bands, auf der Bühne stehen wollt, dann nix wie los und auf www.emergenza.net registrieren.

Eine besinnliche und verfeierte Weihnachtszeit wünschen euch

Philipp & Sabrina

Bilder vom Abend findet ihr hier bei Echromatique - Danke Thomas